Was wurde eigentlich aus… Rick Astley?

bas-15-18-DW-Kultur-Berlin-jpg.jpg
So oder ähnlich liefen wir in den Achtzigern rum – schade, dass es nur ein s/w-Foto ist… Man beachte den Pony mit Seitenscheitel! (Quelle: welt.de)

Mülheim an der Ruhr, Tanzschule Wiesner, wir schreiben die Achtzigerjahre. Man trug Benetton-Pullunder in merkwürdigen Farben, (u.a. Senfgelb und Lila) Bundfalten-Stoffhosen, Frisuren mit Seitenscheitel und langem Pony, und – ganz krass – Collegeschuhe mit TRODDELN! Es war eben früher doch nicht alles besser… Sonntagnachmittags traf man sich – sofern man den Tanz-Grundkurs bereit absolviert hatte – bei Wiesner zur Disco. Heute heißt das ja ganz anders, Nachmittagstanztee gibt’s nicht mehr (außer für Senioren), und welcher Club öffnet vor 11 Uhr Nachts? Egal, in meiner gar nicht wilden Jugend, die eben zu einem nicht unerheblichen Teil aus Socializing in der Tanzschule bestand, gab es das alles noch. Man tanzte zu „Hits der Achtziger“, wie das heute bei nervigen Radiosendern gerne heißt, Discofox und Cha-cha-cha, natürlich mit Promenade! Und wenn man großes Glück hatte, wurde man von einem echt heißen Typen aufgefordert und nach 3 Tänzen gefragt, ob einem auch so warm sei und man Lust hätte, mal vor die Tür zu gehen (= Knutschalarm!).

Es begab sich zu dieser Zeit, dass die Jungs der Hitfabrik Stock, Aitken, Waterman einen jungen Mann aus Nordengland, nämlich Rick Astley, unter ihre Fittichen nahmen und ihn mit Hits wie „Never gonna give you up“ und „Whenever you need somebody“ zu einem Superstar machten.  „Never gonna give you up“ war in sage und schreibe 25 Ländern wochenlang auf Platz 1 der Charts, und ich möchte nicht wissen, wieviele Collegeschuhe mit Troddeln dazu durchgetanzt wurden!

Rickastleyposter.jpg
(Quelle: wikipedia.de)

Vor einiger Zeit saß ich mit meinem lieben Mann (den ich übrigens schon zu Tanzschul-Disco-Zeiten kannte, der mich damals aber leider nie gefragt hat, ob ich mal mit ihm an die frische Luft wollte) im Auto und wir spielten mal wieder „Was wurde eigentlich aus…?“. Selbstverständlich konnten wir seinerzeit sämtliche Songs von Rick Ashley auswendig (die Alben waren übrigens super und Rick hat wirklich eine großartige Stimme, was in den Hit-Singles gar nicht so rauskam). Recherchen ergaben: Auch Rick Astley ist mittlerweile 50+ und hat, nachdem er damals mit 27 Jahren in den Vorruhestand gegangen war, zum Anlass seines runden Geburtstags eine neue Platte gemacht. Und, surprise: It’s great! Leider kann ich hier aus Formatgründen kein Video einbetten, aber klickt mal auf den Link und hört Euch KEEP SINGING  oder Angels on my Side an!

Stimmlich hat der alte Mann des Euro-Disco-Sounds nicht nachgelassen. Und, ich sage es nur ungern: Er hat sich null verändert. Optisch ist er ziemlich genau der etwas schüchterne kleine englische Bubi von damals, vielleicht mit 3 Kilo mehr. Beneidenswert. Man könnte jetzt sagen, er ist musikalisch gereift, aber wie schon gesagt, fand ich auch damals seine Alben Teenie-Pop „plus“. Da waren echt ein paar gute Stücke drauf.

Im Gespräch geblieben ist Rick Astley auch in seiner musikfreien Zeit: Vor einigen Jahren gab es ein etwas bizarres Internet-Phänomen namens „Rickrolling“: Die Menschen schickten einander falsche Links, angeblich zu Fußballspielen o.ä., die aber alle zum Clip von „Never gonna give you up“ führten…

Aber auch, wenn Rick Astley von vielen als musikalisches Retortenbaby belächelt wurde: Er ist ein toller Musiker mit einer großartigen Stimme. Ich hoffe sehr, dass er uns nicht wieder über ein Jahrzehnt auf sein nächstes Album warten lässt! Rick, wer’e never gonna give you up!!!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s