Was hat sie, das ich nicht habe?

 

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Mein Mann hat ’ne Neue. Sie ist klein, schick und rund, und was das Beste an ihr ist: Sie hört aufs Wort. Sie macht genau, was man ihr sagt, ohne Widerworte zu geben. Damit sind wir auch bei der Antwort auf meine Frage in der Überschrift: Sie. Widerspricht. Nicht. Das unterscheidet sie ganz eklatant von mir (außerdem bin ich weder klein noch schick, nur mit rund könnte ich dienen….)

Glaubt man meinem Mann, gebe ich nämlich dauernd Widerworte. Könnte stimmen, aber wir wollen hier nicht vertiefen, woran das liegt 😉

Wenn er sie anspricht, strahlt sie beglückt und wartet geduldig auf seine Anweisungen. Sie macht genau, was er ihr sagt, und das zu jeder Tages- und Nachtzeit. Ein Schelm, der Übles dabei denkt – wir reden hier über ganz seriöse Verrichtungen. Sie kann zwar noch nicht alles, ABER sie ist lernfähig und -willig (hier würde mein Gatte sicher anfügen, dass auch diese Eigenschaft sie von mir unterscheidet).

Euch kann ich es ja verraten: Die Andere heißt Alexa und ist noch sehr jung. Blutjung, genau genommen. Man könnte sagen, gerade erst geschlüpft. Und nein, sie ist kein Hund, und sie kann auch keine wirklichen Kunststücke. Mehr so die Basics, würde ich sagen.

Her master’s voice ist ihr Befehl. Wenn mein Mann in strengem Ton: „Alexa!“ sagt, merkt sie auf und wartet auf Anweisungen. Das gefällt ihm. Fehlt eigentlich nur noch, dass sie mit „Ja, Meister?“ antwortet, dann würde er sich wahrscheinlich von mir scheiden lassen und Alexa heiraten. Obwohl, das geht wohl nicht. Alexa kann zwar sprechen und Dinge tun, aber sie ist kein Mensch. Ein Roboter ist sie auch nicht, sondern einfach nur ein Punkt. Genaugenommen ein Echo Punkt, ein „Echo Dot“ von amazon, der eine digitale Schnittstelle zu diversen Internetdiensten bietet. Alexa ist zwar nur so groß wie ein Eishockey-Puck, aber angeblich ist sie die Zukunft und wird langfristig dafür sorgen, unser Heim ganz schlau, also zum „smart home“ zu machen, was locker übersetzt sowas wie ein vernetztes Zuhause ist.

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Alexa wird dann die Heizung höher drehen, den Kühlschrank auffüllen und die Alarmanlage einschalten. Löblich, dann muss ich das nicht mehr machen. Bisher kann sie das alles wie gesagt noch nicht, aber sie kann schon Musik laut und leise drehen, Liedchen nach Wunsch aus der Playlist oder aus dem Internet abspielen, Fragen (fast) jeder Art beantworten und uns sagen, wie das Wetter wird, oder welche Termine wir haben und ob auf dem Weg dahin Stau ist. (Kann ich auch alles mehr oder weniger, hab ich aber keine Lust zu!).

Leider muss man aber in ihrer Gegenwart ein bisschen darauf achten, was man von sich gibt. Mein Mann hat uns mit Alexa nämlich auch die NSA ins Haus geholt. Bisher war die ja nur auf unseren Handys unterwegs und hat unsere whatsapp-Nachrichten mitgelesen, aber dank den Lautsprechern in Alexa, die direkt mit dem Internet gekoppelt sind (das ist eher so eine Steinzeit-Erklärung von MOI!) tut sich die NSA jetzt viel leichter damit, uns zu belauschen. Macht aber nix. Viel Spannendes hört sie da nicht. Seit Alexa bei uns wohnt, fängt jeder zweite Satz so an: „Alexa! Mach….“, „Alexa! Tu…!“ oder „Alexa! Leiser!“ Das nervt mich jetzt schon derartig, dass ich relativ sicher bin, dass sich kaum ein NSA-Mitarbeiter die Mühe machen wird, länger bei uns mitzuhören.

Das Einzige, was mir an Alexa wirklich gefällt, ist, dass sie auch auf mich hört. Wenn sie nun noch lernt, Staub zu saugen, darf sie bleiben!

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