Warum es Autohäuser nur für Frauen geben sollte

Warum es Autohäuser nur für Frauen geben sollte

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Auch wenn jetzt die Ersten wieder laut „Klischee!“ schreien – mal ehrlich, Mädels: Was wäre, wenn ich euch jetzt spontan nach dem Kilometerstand eures PKW fragen würde? Na? Genau. Ihr habt wahrscheinlich maximal eine grobe Ahnung, so wie ich: „Zwischen 5.000 und 15.000, oder?“ Nächstes Thema: „Alufelgen oder normale?“ Muss ich noch mehr sagen, oder versteht jeder, worauf ich hinaus will? Richtig: Frauen und Autos bzw. Autohäuser sind nicht gerade eine Symbiose, sondern eher eine Art Parasitismus – die eine Art profitiert, während die andere Art eher geschädigt, sprich genervt wird.

Ich oute mich jetzt hier einfach mal als totale KFZ-Vollidiotin, die gerade mal weiß, auf welcher Seite der Tank ist (kann ich mir aber auch nur deshalb merken, weil die Benzinanzeige auf der gleichen Seite ist) und was ich da rein füllen muss (KEIN Diesel, KEIN Biosprit). That’s it. Ich weiß nicht, wieviel PS – geschweige denn KWh – mein Autochen hat, oder wann die Erstzulassung genau war. Und exakt dafür möchte ich kompetente Ansprechpartner haben, die mir – gern gegen Bezahlung – solche Lästigkeiten wie das Nachfüllen von Wischwasser und Frostschutzmittel vom Halse halten.

Mein Frauenautohaus (oder Autofrauenhaus?) wäre nicht markengebunden. Es würde nur schnuckelige Modelle von Mini über Fiat 500 bis Jeep führen, auch ein paar hübsche Cabrios natürlich. Es gäbe jedes Auto in jeder Wunschfarbkombination, weil ich weiß, dass viele meiner Geschlechtsgenossinnen auf Bunt stehen (ich selbst halte es da eher wie Winston Churchill, der einmal gesagt haben soll: „Die Farbe eines Autos ist mir egal, Hauptsache es ist schwarz.“) Klimaanlage und Schminkspiegel in der Fahrer-Sonnenblende wären obligatorisch, aber vor allem hätte jedes Auto ein Navigationsgerät der Extraklasse mit eingebautem Blitzerwarner (hat mein Navi tatsächlich, eine großartige Erfindung).

Mein Autohaus hätte natürlich ein Recall-System, das einen rechtzeitig an anstehende Inspektionen, Reifenwechsel etc. erinnert und einem ungefragt vorab per Mail drei Terminvorschläge zuschickt. Wenn man bzw. frau mein Autohaus wegen so lästiger Dinge wie einer Reparatur aufsuchen müsste, würde niemand technische Fragen stellen. Man würde von einem zuvorkommenden hübschen Servicemitarbeiter freundlich mit Namen begrüßt und mit einem Cappuccino und dem WLAN-Passwort ausgestattet in eine gemütliche Warteecke geleitet. Dort gäbe es Zeitschriften – keine Auto-BILD und keine ADAC Motorwelt! -, frisches Obst und Wasser mit Limettenscheiben. Falls das eigene Auto länger dort bleiben müsste, bekäme man als Ersatzwagen natürlich ein vorher festgelegtes Wunschfahrzeug, und man müsste dieses nicht wieder volltanken, bevor man es zurückbrächte. Natürlich wäre die Reparatur des eigenen Autos viel schneller erledigt als veranschlagt (und auch günstiger!), und natürlich bekäme man sein Auto frisch gewaschen und gesaugt zurück.

Soweit die Utopie. Die Realität sieht leider meistens komplett anders aus. Ich habe in Autohäusern schon Dinge erlebt, über die könnte ich Bücher schreiben. Vom Schweinefuss (!?!), den ein freundlicher Marder in meinem Motorraum direkt neben der Batterie vergessen hatte und den zu entfernen der Monteur sich weigerte über Mechaniker, die mir einreden wollten, das Geräusch, das mein Motor machte, hätte ich mir nur eingebildet (das eingebildete Geräusch war am Ende recht kostspielig) bis hin zu Servicemitarbeitern, die quer durch den Verkaufsraum meinen Namen blökten, weil ich endlich dran war. Meine Schilderhalter wurden schon mehrfach ohne meine Zustimmung einfach gegen welche mit der Werbung des aktuell besuchten Autohauses ausgetauscht, und ich kam mir schon mindestens 50 Mal in meinem Leben noch blöder vor, als ich tatsächlich bin – beim Besuch diverser Autohäuser und KFZ-Werkstätten.

Auch, wenn es mein Traumautohaus niemals geben wird – vielleicht lässt sich ja ein Kompromiss zwischen meiner rosaroten Wolke und der schnöden Realität finden. Vielleicht sollten Autohändler sich die Mühe machen, ihre Kundschaft nach jedem Besuch in Sachen Kundenzufriedenheit zu befragen. Wenn dann noch die Autohausmitarbeiter mitspielen und die konstruktive Kundenkritik umsetzen, könnten wir doch noch Freunde werden, die Autohäuser und ich!

Edit: Diese Kolumne habe ich tatsächlich beim Warten im aktuellen Autohaus meines Vertrauens geschrieben. Dort war es zwar kalt, aber ich bekam ein WLAN-Passwort, mir wurde Kaffee angeboten und als ich mein Auto nach weniger als der angegebenen Zeit wiederbekam, war die Inspektion günstiger als veranschlagt UND die Fußmatten waren gesaugt. Ich würde sagen, das ist ein guter Anfang… 😉

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