Was denn noch? – Ein Plädoyer für mehr Zufriedenheit

Was denn noch? – Ein Plädoyer für mehr Zufriedenheit

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Wenn man sich mal einen Moment Zeit nimmt, die Welt um sich herum zu betrachten, stellt man ganz schnell fest, wie gut es einem geht.

Mal ganz abgesehen vom Weltfrieden, den es meiner Meinung nach niemals geben wird, solange es Religionen gibt, und vom Hunger in der Welt, der niemals aufhören wird, solange – was? Solange die einen Menschen die anderen ausbeuten und ihnen ihre Bodenschätze stehlen, weil wir in der First World unbedingt jedes Jahr ein neues iPhone brauchen (und da nehme ich mich nicht aus!)? Also abgesehen von solchen globalen Problemen, zu denen ich auch den Regierungswechsel in den USA zähle (wer weiß, vielleicht hat sich das mit der Welt dank „Präsident“ Trump eh bald ganz erledigt…), welche Probleme haben WIR denn? Also wir hier ganz konkret, jeder einzelne?

Wenn Ihr gesund seid, Eure Familien gesund sind, Ihr ein Dach über dem Kopf und jeden Tag etwas zu essen auf dem Tisch habt, ist das schon eine ganze Menge!

In meinem Bekanntenkreis gibt es allein 3 Frauen, die Brustkrebs haben (Was mich daran erinnert, dass es jetzt, mit 50, tatsächlich Zeit für die erste Mammographie ist 😳). Die haben Probleme!

Ich kenne eine Frau, deren Sohn nimmt Drogen – und ich rede hier nicht von Hasch. Das ist schlimm, und ich frage mich manchmal, wie man das aushält als Mutter und bin froh und dankbar, dass meine Kinder nicht mit Drogen experimentieren und klopfe dreimal auf Holz, weil ich abergläubisch bin und Angst habe, es zu „beschreien“, wie man so schön sagt.

Vor 4 Jahren hatte mein Mann eine schwere Erkrankung, die er zum Glück nicht nur überstanden hat, nein, es geht ihm heute sogar besser als vorher, aus verschiedenen Gründen. Dafür bin ich unendlich dankbar.

Ja, auch ich jammere oft, über die vermeintliche Ungerechtigkeit der Welt, über (manchmal) nervige Kunden, das schlechte Wetter, den Verkehr, über wasweißich. Aber zwischendurch nehme ich mir immer mal einen Moment Zeit, mir selber klarzumachen, wie unglaublich gut es mir geht. Wie glücklich ich sein kann, dass ich in einem Land lebe, wo Frieden herrscht, meine Familie und ich gesund und in Sicherheit sind, dass es uns wirtschaftlich gut geht, dass ich so privilegiert bin, freiberuflich zu arbeiten und ganz doofe Kunden notfalls auch ablehnen zu können (was ich nicht zuletzt meiner hart arbeitenden besseren Hälfte verdanke, der mir die nötige finanziellen Sicherheit gibt, sowas frei entscheiden zu können) und, und,  und …. Ich weiß, das alles kann sich von einer Minute auf die andere ändern, davon habe ich selbst vor 4 Jahren einen Eindruck bekommen.

Umso mehr mache ich mir selbst immer wieder bewusst, dass ich allen Grund zur Zufriedenheit habe. Und ich bin zufrieden, nicht selbstzufrieden, aber glücklich und dankbar für alles, was ich habe und bin. Ich finde nämlich, dass die Zufriedenheit in unserer heutigen Zeit zu kurz kommt und total unterschätzt wird. Ich kenne Leute, denen es ähnlich gut geht wie mir, die aber extrem unzufrieden mit ihrem Leben sind (oder wirken). Alle streben nach dem großen Glück, wie immer das aussehen mag. Scheinbar muss es etwas Besonderes sein, was den Alltag vergessen lässt und einen aus der Masse der kleinen, lediglich zufrieden vor sich hin lebenden Menschen vergessen lässt. Manche gehen zu dubiosen Castingshows im Fernsehen, um ein großer Star zu werden (NICHT!), manche stürzen sich an Gummiseilen von Brücken oder aus Flugzeugen oder kaufen sich die Welt schön. Denen geht es wahrscheinlich einfach ZU gut.

Vielleicht wäre es für manche Leute hilfreich, sich mal Gedanken darüber zu machen,  was wirklich wichtig ist im Leben. Vielleicht stellen sie ja fest, dass auch der scheinbar so langweilige Alltag eine Form von Glück, zumindest aber ein Grund zur Zufriedenheit ist. Und das ist doch schon ein Anfang…

 

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2 Gedanken zu “Was denn noch? – Ein Plädoyer für mehr Zufriedenheit

  1. Liebe Marion,
    Es gibt ein paar Passagen in deiner Kolumne, die regen schon zum Nachdenken an. Einige davon haben wir für uns längst erkannt, andere wiederum haben wir (zum 🍀) noch nicht erleben müssen. Das du schreibst wie unendlich glücklich du bist über die Genesung deines Mannes hat mich schon gerüttelt. (Insbesondere weil du ja im Bad sonst wesentlich mehr Ordnung hättest 😉 Die Welt regt sich gerade über alles auf, Volkssport, Dummheit, sich abgehängt oder ausgegrenzt fühlen oder einfach zu wenig oder die falsche Bildung. Auch heute gehen unsere Kinder noch in Schulen, an denen immer noch nicht die Zukunft gelehrt wird. Keiner, auch die Politik nicht, weiß wie sich alles entwickelt in der Zukunft. Niemand weiß, was unsere Kinder in 20-30 Jahren für ein Leben in dieser Welt tatsächlich benötigen. Anstatt den Kindern ein Miteinander zu lehren, Kunst, Sport und Musik in den Vordergrund zu rücken, lehren wir Ihnen Dinge die sie in 20 Jahren nicht mehr brauchen werden.
    Jetzt schreibe ich mir hier einen Wolf, dabei wollte ich dir nur für die schönen Zeilen danken. Bleibt hübsch gesund und passt auf euch auf. Liebe Grüße zu Hause. Matthias

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